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Rudolf Steiner (27. Februar 1861 bis 30. März 1925) ist der Begründer der Anthroposophie. Wörtlich übersetzt heißt das „Weisheit vom Menschen“. Für Rudolf Steiner beinhaltete dieser Begriff eine Geisteswissenschaft, in der der Einzelne das Spirituell-Geistige auf einem bewussten Erkenntnisweg erreichen kann. Die Anthroposophie sieht einen Zusammenhang zwischen individueller und menschheitlicher Entwicklung, zwischen Erde, Kosmos und einer geistigen Welt. Anthroposophie ist kein Bekenntnis, sondern eine Methode.

rudolf steiner Für Rudolf Steiner standen sein Leben lang die Erforschung des menschlichen Geistes und die Entwicklung des Menschen in der ihn umgebenden Welt im Mittelpunkt. Diese Forschungen haben ihren Niederschlag in vielen Bereichen gefunden wie Pädagogik, Kunst, Medizin, Philosophie, Landwirtschaft und sozialer Gestaltung.

Rudolf Steiner entstammte einfachen Verhältnissen, der Vater war Bahnbeamter. Die Familie musste deshalb oft umziehen. Schon früh entwickelte er einen Hunger nach Wissen. Die Grundschule forderte seinen wachen Geist nur wenig. Er suchte bereits in jener Zeit begierig nach allem verfügbaren Wissen. Nachdem er die Realschule absolviert hatte, setzte er seine Ausbildung an der Technischen Hochschule in Wien fort mit dem Besuch „naturwissenschaftlicher, mechanischer und maschinen-technischer Vorlesungen“. Mit Hilfe eines Stipendiums studierte er vier Jahre Mathematik und Naturwissenschaften mit dem Ziel, Lehrer zu werden.

Dieses Studium war ihm aber nicht genug. Nebenher besuchte er als Gaststudent Vorlesungen und Seminare in Philosophie, Geschichte und Literatur an der Universität in Wien. Allerdings musste er diese Studiengänge aus Geldmangel ohne Abschlussprüfung abbrechen. Erst 1891 konnte er an der Universität Rostock mit seiner Arbeit „Wahrheit und Wissenschaft“ beim Rektor der Universität, Heinrich von Stein, der Philologe und Philosoph mit Schwerpunkt Platonismus war, zum „Dr. phil.“ promovieren.

Rudolf Steiner beschäftigte sich anschließend als Mitarbeiter am Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar mit der Herausgabe von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften für „Kürschners deutsche National-Literatur“. Dies trug erheblich dazu bei, dass Goethe, der zunächst nur als Dichter wahrgenommen worden war, auch als Naturforscher bekannt wurde.

Rudolf Steiner begann in dieser Zeit auch schon mit der Veröffentlichung eigener philosophischer Werke. Er entwickelte nach und nach eine rege Vortragstätigkeit. Seine fast 6000 Vorträge und Schriften werden heute in einer Gesamtausgabe (GA) vom Rudolf Steiner Verlag herausgegeben.

Nach Weimar lebte Steiner einige Jahre in Berlin, wo er in der theosophischen Gesellschaft und an der Arbeiterbildungsschule aktiv war, und ging später dann nach Dornach in der Schweiz, wo die von ihm gegründete Anthroposophische Gesellschaft ihr Zentrum fand. Dort wandte er sich verstärkt auch der Entwicklung von künstlerischen Ideen und zu. Unter seiner Leitung entstand dort das Goetheanum, das allerdings Silvester 1922 durch einen Brand völlig zerstört wurde. Der zweite Bau, zu dem Steiner noch die Pläne gezeichnet hatte, wurde nach seinem Tod 1925 errichtet. Seine „Organische Architektur“ setzte starke Impulse in der modernen Architektur von Le Corbusier, Henry van de Velde und Frank Lloyd Wright bis hin zu Alvar Aalto.

Steiners Arbeitsfelder umfassten neben den allgemein menschlichen und philosophischen Themen die Reformpädagogik (Waldorfpädagogik, Heilpädagogik), Sozialreformen (Soziale Dreigliederung), Kunst (Architektur, Eurythmie, Sprachgestaltung, Malerei, Musik), Medizin (Anthroposophische Medizin), Landwirtschaft (biologisch-dynamisch), Naturwissenschaft (bildschaffende Methoden) und Religion (Die Christengemeinschaft).